Mein Weg zum Karate – Wie alles begann
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Die Liebe zum Kampfsport habe ich von meinem Vater geerbt. Doch meine Geschichte beginnt nicht wie ein Film – sondern im echten Leben.
Mein Vater trainierte in seiner Jugend intensiv Judo und Sambo. In den 1970er-Jahren war das Leben in unserer Heimatstadt Browary bei Kyjiw oft rau. Zwischen Jugendlichen kam es regelmäßig zu Straßenkämpfen und Auseinandersetzungen. Die Fähigkeiten aus dem Kampfsport halfen ihm, sich zu verteidigen und schwierige Situationen zu meistern. Dabei verstand er mit der Zeit: Wahre Stärke liegt nicht in Gewalt, sondern in Disziplin, Selbstbeherrschung und Verantwortung. Diese Werte wollte er an mich weitergeben.
Als ich Karate lernen wollte, nahm mein Vater das sehr ernst. Gemeinsam besuchten wir fast jede Sportschule unserer Stadt. Er suchte nicht einfach einen Trainer – sondern einen Menschen, dem er sein Kind anvertrauen konnte.
1994 fanden wir diesen Menschen: Dmitrij Ptizyn.
Er war für uns weit mehr als ein Karatetrainer. Die 1990er-Jahre waren eine schwierige Zeit: Viele Kinder wuchsen ohne echte Begleitung auf, oft sich selbst überlassen, und die Straße wurde für viele zum Alltag. In dieser Zeit fehlten vielen Jugendlichen Orientierung und Aufmerksamkeit. Dmitrij wurde für uns zu einem Lehrer und Wegweiser im Leben. Er brachte uns nicht nur Karate bei, sondern auch Respekt, Disziplin und Verantwortung. Er formte nicht nur Sportler, sondern Charaktere.
Damals wurde mir klar, was einen echten Trainer ausmacht.
Im Jahr 2008 gründete ich den Karate-Club Uchideshi. Mein Ziel war klar: einen Ort zu schaffen, an dem Kinder nicht nur Karate lernen, sondern auch Selbstvertrauen und Respekt entwickeln.
Für mich bedeutet Karate weit mehr als Technik oder Wettkampf. Es ist ein Weg, Kinder zu begleiten – mit Geduld und echten Werten.
Wenn ich heute die Augen meiner Schülerinnen und Schüler sehe, ihre ersten Erfolge und ihre Entwicklung zu selbstbewussten Kindern, weiß ich, dass ich den richtigen Weg gewählt habe.
Denn der wahre Erfolg eines Trainers wird nicht in Medaillen gemessen, sondern in den Menschen, die durch den Sport stärker werden.
*Die Fotos von 1974 wurden von meinem Vater aufgenommen.
